Sonntag, 21. Juli 2019

LFB-A: Schlauchauslegearm

Die Themen „Tagesverfügbarkeit der Mannschaft“ und „Finanzierung des Feuerwehrwesens“ sind den meisten Feuerwehren heute wohl bekannt. Bei der Feuerwehr Oftering wurde eine neue und innovative Idee kostengünstig umgesetzt, mit der eine Relaisleitung schneller, sicherer und mit weniger Mannschaft aufgebaut werden kann.

Um mit weniger Mannschaft – gerade unter Tags – auch alle Einsätze bestmöglich absolvieren zu können, gibt es zwar am Markt verschiedenste Technologien und Geräte. Doch nicht jede Feuerwehr hat die Möglichkeiten solche Investitionen einfach aus der Kameradschaftskasse oder ohne großen bürokratischen Aufwand über die Gemeindekasse zu tätigen.

Da im Ofteringer Gemeindegebiet bei einem Brand meist über eine natürliche Wasserentnahmestelle und eine längere Relaisleitung Wasser gefördert werden muss, sind im Heck des LFB-A2 28 B-Schläuche in 4 Boxen auslegebereit gelagert. Doch bei Einsätzen und Übungen zeigte sich immer wieder, dass das System zwar gut, aber nicht optimal war. Aus diesen Erfahrungen heraus wurde nun eine Idee geboren, die den Aufbau einer Relaisleitung über die Schlauchboxen des LFB-A2 vereinfacht, beschleunigt, für die Mannschaft deutlich sicherer macht und mit weniger Kameraden bewerkstelligt werden kann.

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Die Idee:

 

Bisher waren zum Aufbau einer Relaisleitung mind. 3 Kameraden nötig. Neben dem Fahrer war ein Mann am Trittbrett des Fahrzeuges im Heck notwendig, der dem Fahrer die Kommandos zum Fahren und Stoppen gab, sowie zumindest ein Kamerad, welcher den Schlauch hinter dem Fahrzeug ausrichtete bzw. z.B. neben die Fahrspur legte, damit die Straße weiter befahrbar bleibt. Da der Schlauch nicht geführt wurde, konnte aus Sicherheitsgründen keine höhere Geschwindigkeit als ca. 5 km/h gefahren werden, da sonst die Kupplungen der Schläuche über die Boxen geflogen wären - was den Kameraden im Heck gefährdet hätte - und beim Aufprall am Boden das Risiko des ungewollten Öffnens der Kupplungen gegeben wäre.

 

Die Idee war nun, über einen teleskopierbaren Arm einerseits eine Führung zu erreichen und damit die Gefahr für den Kameraden im Heck zu verringern, sowie die Fahrgeschwindigkeit erhöhen zu können. Weiters könnte der Mann hinter dem Fahrzeug eingespart werden, wenn der Schlauch direkt richtig neben dem Fahrzeug abgelegt werden würde.

 

Die Umsetzung:

 

Aus dieser Idee heraus wurde dann der SchlauchAuslegeArm entwickelt. Das System besteht aus zwei Hauptkomponenten. Einerseits einer einfachen Schiebeführung, welche im Fahrzeug quer über den Schlauchboxen angebracht wird, sowie dem Arm selbst. Dieser besteht aus dem Befestigungselement und dem zweiteiligen, teleskopierbaren Führungsarm mit Führungsrollen am Ende.

Nach den ersten Überlegungen und Konzeptentwürfen wurde die Idee von einem Kameraden bei seinem Arbeitgeber vorgeschlagen und schließlich die Entwicklung und Realisierung eines Prototypens an unserem Fahrzeug beschlossen.

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Das System:

 

Der Schlauchauslegearm ist im GR7 über den Schlauchboxen fix gehaltert. Im Einsatzfall kümmern sich der Fahrer und der Bediener des Armes um den Aufbau. Zu zweit wird der Arm an zwei Befestigungsbolzen gehängt, fixiert und ist sofort einsatzbereit.

Zu zweit kann nun die Relaisleitung ausgelegt werden. Der Mann am Trittbrett hinten bedient den Arm, steuert damit die Ablageposition und gibt mittels eines Tasters dem Fahrer das Kommando zum stehen bleiben bzw. weiterfahren. Es ist nun kein weiterer Kamerad mehr notwendig, der den Schlauch neben die Fahrspur ablegt.

 

Der SAA ist so ausgelegt, dass er von jeder der 4 Boxen aus bis an maximal beide Fahrzeugaußenkanten reicht. Somit kann der Schlauch von jeder Box aus sowohl links, als auch rechts neben dem Fahrzeug abgelegt werden.

 

Wenn eine Box komplett ausgelegt ist, wird der Arm vom Kameraden im Heck alleine auf die nächste Box geschoben. Dazu muss nur ein Verriegelungsbolzen gezogen werden, der Arm leicht angehoben und dann seitlich verschoben werden, bis der Verriegelungsbolzen wieder selbsttätig einrastet. Dann werden die Schlauchkupplungen verbunden und die Fahrt kann zügig wieder weitergehen.

 

Neben der nun möglichen 2-Mann-Bedienung trägt auch eine weitere Verbesserung enorm zum kürzeren und einfacheren Aufbau einer Relaisleitung mit dem SchlauchAuslegeArm bei - die Fahrgeschwindigkeit konnte signifikant erhöht werden!! Durch die permanente Führung des Schlauches aus den Boxen heraus bis zur Ablage, konnte bei Tests die Fahrgeschwindigkeit auf über 20 km/h erhöht werden, bei gleichzeitiger Verringerung der Gefahren für den bedienenden Kameraden.

 

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Resümee:

 

Mit der Realisierung des Schlauchauslegearms konnten folgende Verbesserungen erreicht werden:

  • Verringerter Personaleinsatz: Zum Aufbau der Relaisleitung werden statt bisher 3-4 Kameraden nur mehr 2 Mann am Fahrzeug benötigt.
  • Die Fahrgeschwindigkeit konnte signifikant von zuvor ca. 5 km/h auf über 20 km/h erhöht werden, wodurch ein enormer Zeitgewinn realisiert werden konnte.
  • Durch die durchgehende Führung des Schlauches konnte die Unfallgefahr verringert werden.
  • Da der Schlauch erst kurz über dem Boden aus dem SchlauchAuslegeArm herauskommt, wird ein ungewolltes Öffnen der Kupplungen bestmöglich vermieden.
  • Das System würde sich auf jedes Fahrzeug mit Schlauchboxen bzw. zentraler Schlauchhaspel ohne große Adaptionen am Fahrzeug nachrüsten lassen.

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Video:

Vorstellung des Schlauchauslegearmes im BRENNPUNKT:

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